
| Die Kraft der Wurzel |
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| Geschrieben von: Sebastian von Paledzki | |||
| Mittwoch, den 28. Oktober 2009 um 21:51 Uhr | |||
Beitrag fĂĽr die "Sonntagsgedanken" des NBT
Katholische Christen feiern am Sonntag das Fest Allerheiligen. Es ist ein Gedächtnis der Verstorbenen; zugleich ist es aber auch ein Fest des Lebens. Gemeint ist dabei das neue Leben, in das die Heiligen gelangt sind und das allen Christen verheissen ist. Das Fest ist vom Glauben geprägt, dass viele Menschen nach ihrem Tod ihr Lebensziel bei Gott erreicht haben und daher auch Heilige genannt werden können (selbst wenn ihre Namen in keinem Heiligenkalender verzeichnet sind). Das Gebet zu den Heiligen hat den Sinn, sie zu bitten, uns jetzt schon an ihrer versöhnten Gemeinschaft mit Gott auf unsere (irdische) Weise teilnehmen zu lassen, uns einen „Vorgeschmack“ des Himmels kosten zu lassen. Sie können uns auch beistehen, den Weg der Umkehr nicht ständig aufzuschieben, sondern jetzt schon zu beginnen, und uns dabei liebend-betend begleiten. Unser Gebet zu den Verstorbenen kann auch zu einem Gebet für die Verstorbenen werden. Es kann ihnen helfen, sich von Gottes vergebender Liebe läutern und verwandeln zu lassen, zu stärken und so wirklich „himmelsfähiger“ zu werden. Darin liegt ja gerade das wunderbare Geheimnis des Heilswillens Gottes: Er bezieht unser solidarisches Tun füreinander mit ein in sein rettendes Handeln an den einzelnen Menschen. So erhört er unser Beten für die Lebenden wie für die Verstorbenen. Denn es spielt keine Rolle, wann ein Gebet gesprochen wird. Gott lässt es einem Menschen zugutekommen, wann und wie dieser es für sein Heil braucht – ob im Leben, im Sterben oder nach dem Tod. Jesus selbst bringt diese zeitüberlegene Struktur von Gebet und Erhörung auf die prägnante Formel: „Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil“ (Mk 11,24). An Allerheiligen wird in katholischen Gegenden ein alter Brauch gepflegt, die Gräbersegnung. Dabei werden die zuvor geschmückten Gräber, auf denen Grablichter brennen, und die etwa am Grabe betenden Angehörigen gesegnet und mit Weihwasser besprengt. Ich meine, dieser Brauch ist ein starker Ausdruck der Verbundenheit aller Gläubigen und ein sehr tröstliches Zeichen der christlichen Hoffnung. Unsere Pfarrei wird – gemeinsam mit der reformierten Kirche – diesen Brauch aufgreifen. Wir treffen uns am Sonntag in der Friedhofskapelle in Bülach, um im Rahmen eines Gottesdienstes unserer Verstorbenen zu gedenken. Der Beginn ist um 14.30 Uhr. Sie sind alle herzlich eingeladen!
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 02. November 2009 um 19:06 Uhr |